Januar 2022: Chronik der Volksschule Wülfte

Schule
Wülfte
Chronik

Die Archivalie des Monats Januar ist die Chronik der Volksschule Wülfte. Die Chronik wurde von April 1940 bis August 1968 geführt und enthält längst nicht nur Schulereignisse, sondern auch die Geschichte des Ortes. Das macht Schulchroniken zu einer interessanten und aufschlussreichen Quelle für die Heimatforschung. Bis in die 1970er Jahre war die Führung einer Schul- und Dorfchronik für die Schulleiter obligatorisch. Im Kaiserreich war diese Aufgabe per Erlass genau festgelegt und hatte verpflichtend zu erfolgen. Die Chroniken sind in der Regel in drei Themenbereiche geteilt: Im ersten Abschnitt geht es um die Geschichte des Schulortes und der Schulgemeinde, im zweiten Abschnitt um die „äußere Einrichtung“ der Schule (Gebäude, Lehrkräfte) und im dritten Abschnitt um die „innere Einrichtung“ der Schule (Statistik, Ausflüge, etc.). In kurzen datierten Einträgen wurden alle als wichtig erachteten Ereignisse vom Schulleiter festgehalten und teils mit Fotos oder Zeitungsausschnitten ergänzt.

 

Ereignisse in Wülfte

So berichtet der Schulleiter 1941 von dem desolaten Zustand des Schulgebäudes und nach Kriegsende vom Platzmangel, da immer mehr Flüchtlingskinder die Schule besuchten. Auch in den 1950er Jahren bleibt die Schule stark renovierungsbedürftig, sodass am 14.6.1960 der Beschluss fiel, einen Schulneubau für Wülfte zu planen. Am 25.9.1963 wurde die neue Schule eingeweiht. Nach fünf Jahren war allerdings auch hier Schluss: Seit dem 9.8.1968 gehen die Wülfter Kinder in Brilon zur Schule. Darüber hinaus führten die Schulleiter auch Buch über Konferenzen, Elternabende, Schulausflüge und andere Schulaktivitäten. Aus dem Dorfleben wird unter anderem folgendes berichtet: 1949 brannte bei einem Großbrand das Wohnhaus des Bauern Gerlach ab, 1953 feierte Prof. Dr. Hellermann sein goldenes Priesterjubiläum. 1956 schreibt der Schulleiter von einem Unwetter, das große Teile der Ernte zerstört hat, und 1960 wird die Wasserversorgung in Wülfte endlich geklärt. Diese kurzen Schlaglichter auf die Geschichte des Ortes machen neugierig auf mehr. Dazu können nach der Auswertung der Chronik dann weitere Quellen wie die Protokollbücher des Rats, weitere Akten des Dorfes oder auch die Tageszeitung dienen.

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